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Die Orgel wurde 1925 von der Orgelbaufirma G. F. Steinmeyer & Co. (Steinmeyer & Strebel) als Op. 1400 gebaut. Maßgeblich an der Planung der Disposition war neben dem Organisten Maximilian Katzer (siehe auch das Weihegedicht) der spätere Passauer Domorganist Otto Dunkelberg. Man kann daher von einer engen Verwandschaft der Berliner Orgel mit der wenige Jahre später errichteten Passauer Domorgel ausgehen, zumal diese ebenfalls von Steinmeyer erbaut wurde.
Als die Orgel der Ss. Corpus Christi - Kirche 1925 gebaut wurde, war Albert Schweitzers Streitschrift “Deutsche und französische Orgelbaukunst und Orgelkunst” (1906) fast zwanzig Jahre alt. In ihr hatte sich Schweitzer vehement gegen bestimmte Einseitigkeiten vor allem der deutschen “modernen” Orgel ausgesprochen und ein Orgelideal postuliert, das zwischen der barocken und der französisch-symphonischen Orgel zu vermitteln suchte. Er fand einen Gesinnungsgenossen in dem Straßburger Organisten Emile Rupp, weshalb diese Reformbewegung unter dem Namen “Elsässisch-deutsche Orgelreform” in die Geschichte eingegangen ist. Diese Bewegung hatte zunächst nicht das Ziel, alles Romantische im Orgelbau zu vermeiden, vielmehr sollte größter Wert auf Klangschönheit und handwerkliche Integrität gelegt werden, wobei im Klanglichen die Interpretierbarkeit der Orgelwerke Bachs zum wesentlichen Kriterium erhoben wurde. Auch wenn in der Orgel von Ss. Corpus Christi alle wesentlichen Charakteristika einer deutschen romantischen Orgel enthalten sind, haben sich ihre Erbauer daher vermutlich eher antithetisch zur Romantik gesehen. Es scheint darum zu unpräzise, in musikgeschichtlich verkürzender Art und Weise, dieses Instrument einfach als spätromantische Orgel zu bezeichnen. Wir haben es vielmehr mit einer frühen Universalorgel moderner Prägung zu tun, die allerdings schlüssig an die Spätromantik anschließt und von daher keine “Kompromissorgel” ist. Quelle M.Renusch: Machbarkeitsstudie, Restaurierung der Steinmeyer-Orgel in der Katholischen Kirche Ss. Corpus Christi Berlin; unveröffentlicht, 2007.
Musikgeschichtlicher Hintergrund
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