Frohe Ostern

Ihr Lieben,

und wieder eine „Corona – Woche“ vorbei – und dieses Mal war es die Karwoche und noch immer heißt es #Wir bleiben Zuhause.

Was macht die Decke über Eurem Kopf – ist sie schon runtergefallen oder noch an Ort und Stelle ;-)  Wir bleiben Zuhause. Was mir bisher an den meisten Tagen nicht ganz so schwergefallen ist, wurde nun in der Karwoche und besonders am Gründonnerstag und Karfreitag zur Herausforderung.

Diese so besonderen Liturgien haben mir sehr gefehlt und in diesem Jahr hätte ich sie dringender denn je gebraucht. Was für eine Fastenzeit, vollkommen „ver-rückt“. (Soll heißen: Ich habe gerade „Kopfkino“ und sehe wie ein Möbelpacker wie in einer Art Rochade sämtliche Dinge in meinem Leben verrückt…) Schon der Aschermittwoch, an dem ich zwar noch in Jerusalem sein durfte, aber der vollkommen überschattet von dem Tod meines Papa‘s am Nachmittag dieses Tages war, lässt mich kaum Worte finden, die meine Gefühlswelt zum Ausdruck bringen könnten.

Und nur 2 Wochen später galt dann das Ausgangsgebot, galten die massiven Einschränkungen für unser alltägliches Leben. Wir mussten und müssen noch immer Zuhause bleiben.

Vor unsere Tür ist quasi ein Stein gewälzt worden.

 Was also liegt in diesem Jahr näher, als sich nach  Auferstehung zu sehnen, auf das Wegwälzen des Steines und das Jubeln des Hallelujas und sich über das neugewonnene Leben von Herzen freuen zu dürfen.

„Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht, dem Leben gibst du ein neues Gesicht, die Tränen trocknen, die Trauer zerbricht, denn du stehst auf, du bist Leben und Licht.“ Dieser Liedtext begleitet mich gerade, lässt sich in so viele Richtungen denken und interpretieren und ich denke an die vielen Karfreitag-Vormittage der letzten Jahre, denn es ist das Lied mit dem wir den Kinderkreuzweg jedes Mal beendet und das Kreuz mit Osterglocken und Frühlingszweigen geschmückt haben.

Das Osterevangelium von Matthäus erzählt, und ich empfinde es als eine Erzählung mit Augenzwinkern, von den beiden Marias, die nach dem Grab von Jesus schauen wollen. Außerdem ist von einem gewaltigen Erdbeben die Rede, dann erscheint der Engel mit der Botschaft Gottes, er wälzt den Stein weg und macht es sich oben darauf gemütlich. Sein Aussehen: wie ein Blitz, sein Gewand weiß wie Schnee.

Und die postierten Wachen, die gestandenen Männer, fallen einfach in Ohnmacht und sind wie tot. Die Frauen aber bleiben standfest, mehr noch: voll großer Freude eilen sie davon um die Botschaft des Engels weiterzusagen, um die Osterbotschaft als erste Apostelinnen! zu verkünden. (Und ich habe besondere Freude an dieser Feststellung, wie Ihr Euch denken könnt, denn nicht nur heute haben die Frauen in unserer Kirche nicht ganz so viel zu sagen, sondern damals und in der dazugehörigen Gesellschaft war es ähnlich.)  Diese so bildreiche Erzählung des Matthäus kann und will kein wissenschaftlicher Beweis für die „Auferstehung“ sein, denn es gibt mehrere Möglichkeiten, das leere Grab zu deuten. (Eine Möglichkeit wird vom Evangelisten an anderer Stelle selbst genannt: Jesu Leichnam könnte auch einfach nur entwendet worden sein.)  Diese Erzählung will auf etwas anderes aufmerksam machen:

Im und am leeren Grab entsteht kein Osterglaube, der Osterglaube entwickelt sich in den einzelnen Begegnungen die einen erbeben lassen, die mich erschüttern oder wach rütteln: Geistesblitze, Einsichten und Gottes Botschaften können mich treffen, ganz plötzlich, in meiner tiefsten Trauer, meiner Verzweiflung oder einfach nur #Zuhause … und rütteln und schütteln mich und setzen mich in Bewegung bzw. setzen meinen Glauben in Bewegung, verändern ihn, und ermöglichen so die Begegnung mit Jesus selbst, dem Auferstandenen.

Und lassen mich darauf hoffen, dass es auch für mich ein Wiedersehen gibt mit Menschen, die aus meinem Leben gegangen sind.

 In diesem Sinne – ihr Lieben alle – ich wünsche Euch ein gesegnetes Osterfest. Ich wünsche Euch ausreichend Gründe für ein inneres Jubilieren und Tirilieren, um dadurch auch andere an diesem Halleluja durch Worte (vielleicht auch gesungene) und Taten teilhaben zu lassen.

Und „wie immer“:

„Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand“ und beschütze und behüte Euch

Eure Regina