Wort zum 3. Sonntag der Osterzeit

Ihr Lieben,

eine Woche voller Sonnenschein liegt hinter uns und eine neuerliche Woche in der Corona-Zeitrechnung.
Der viele Sonnenschein (den ich ja wirklich sehr mag), das damit verbundene Ausbleiben des notwendigen Regens und die noch immer uns in Atem haltende Krise lässt uns sprichwörtlich auf dem Trockenen sitzen.
Habt ihr gerade das Gefühl, dass es in dieser Zeit der Beschränkung und Verwirrung aufwärts geht? Oder fühlt ihr manchmal auch ein bisschen Resignation?

So darf ich mal wieder mit der Bibel um die Ecke kommen und auf das wunderbare Sonntagsevangelium verweisen (Joh 21, 1-14) – Resignation und Aufbruch und natürlich Auferstehung sind das Thema:
Die Bibel nimmt uns an den See Genezareth mit, vermutlich hat unsere Israelreisegruppe Ende Februar genau dort ihre Füße in den See gestellt: Siebenquell – gegenüber die Golanhöhen, griechisch: Heptagon, arabisch: Taphga. Sieben warme Quellen rinnen dort in den See. Sie führen Plankton mit sich, Nahrung für die Fische. Schon vor Jesu Lebenszeit war hier eine Treppe aus dem Fels gehauen worden. Sie führt in den See. Über diese Treppe bestiegen die Fischer ihre Boote.
Sieben ziemlich zerknirschte und resignierte Jünger sitzen nun alle in einem Boot – Petrus, der seinen Herrn und Meister in der Nacht auf Karfreitag nicht mehr kennen wollte. Thomas, der Zweifler. Die drei Jünger, die am Ölberg eingeschlafen waren, als ihr Freund um sein Leben flehte. Und die Söhne des Zebedäus, die sich schon lange vor Ostern um die besten Plätze im Himmel gestritten haben. Leute wie du und ich, sie sitzen alle im Boot. Sieben, eine heilige Zahl, die von Fülle und Vollkommenheit erzählt.
Aber im Moment keine Spur von Fülle, sondern vollkommene Leere. Sie fühlen sich von Jesus verlassen, er hat sie auf dem Trocknen sitzen lassen, keine rosigen Zeiten, Krise ist angesagt.
Und nun auch noch das: was sie früher doch so gut konnten, was sie gelernt hatten, will nun nicht mehr klappen. Sie haben die ganze Nacht auf dem See verbracht, konnten aber keinen einzigen Fisch fangen.
Und dann kommt die Wende und das Licht im Dunkel: Jesus, schickt sie nochmals raus auf den See, und lässt sie die Netze auf die rechte Seite auswerfen. Sie lassen sich trotz besserem Wissen auf diesen ziemlich schrägen und unfachmännischen Rat ein und kehren voll beladen, mit 153 Fischen zurück ans Land. Und es dämmert, es dämmert ihnen, beim gemeinsamen Frühstück. Statt letztes Abendmahl (sie mussten Abschied nehmen, in die Dunkelheit hineingehen) lädt Jesus nun zum Morgenmahl ein – die Nacht ist vergangen und es geht hinein ins Helle.  Auferstehung und Aufbruch, Stärkung und Gewissheit, dies erfahren die Freunde Jesu für die nun kommenden Aufgaben des neuen Tages /des neuen Lebens.

Also dieser Bibeltext ist ganz sicher für alle das Richtige, die den Kopf manchmal etwas hängen lassen, und die von Corona und allem, was damit zu tun hat irgendwie genug haben – lasst euch Mut machen von dieser biblischen Zusage. Gott ist mit uns und die Wende kommt gewiss! Und er ist bestimmt auch für alle das Passende, die im Trüben fischen, die finden, dass sie doch viel Zeit, Kraft und Mühe in die unterschiedlichsten Projekte investieren, und das Gefühl haben, dass es nicht zum Erfolg führt: habt Zuversicht und Hoffnung und Vertrauen, dass unser guter Gott uns nicht auf dem Trockenen sitzen lässt.
Und eigentlich müsste ich aus diesem Bibeltext noch vielmehr Bilder deuten (die Zahl 153, das Vernetzen, das miteinander in einem Boot sitzen oder viele wollen nicht mehr in diesem Boot sitzen, und nicht ins Netz gehen…Raubfische sind unter uns, und andere verbieten anderen im Boot Platz zu nehmen…Frauen, Ämter, Missbrauch…) aber das sprengt den Rahmen meines Textes erheblich und weniger ist mehr. Ich belasse es für heute lieber dabei.

Zum Schluss aber noch der Link zum Projekt, von dem ich etwas voreilig schon letzte Woche freudig berichtet habe. Nun aber ist alles fertig:
youtu.be/ppDF8UBVpts

Ich wünsche Euch von Herzen einen guten Start in die neue Woche!

Und bis wir uns wiedersehen (da ist ja eventuell etwas in Aussicht gestellt ab der Woche vom 4. Mai an), halte Gott dich fest in seiner Hand und beschütze und behüte Euch – Eure Regina