Wort zum Palmsonntag

Ihr Lieben,

wie geht es euch nach einer weiteren Woche des Corona-Alltags? Hoffentlich seid ihr und eure Lieben gesund geblieben!
Ich habe schon fast vergessen, wie es sich anfühlt – das Leben vor diesem Virus.
Nach nunmehr 3 Wochen „ohne“ den ganz normalen Wahnsinn, merke ich, dass auch mein momentaner Seinszustand sich etwas selbstverständlicher anfühlt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier…

Unglaublich kreativ geht es zu – zumindest, wenn es nach meinem Handy geht, denn da häufen sich die Bilder und Filmchen zum Thema Klopapier, Hamsterkäufe, Homeschooling, Homeoffice, Ausgangsbeschränkungen etc.
Ich habe wirklich schon herzhaft lachen können über so viele charmante Geistesblitze von anderen.

Mit großen Schritten geht es nun auf das wohl außergewöhnlichste Osterfest meines (unseres?) Lebens, meiner Berufskarriere und meiner Kirchenchorkarriere zu (denn das gemeinsame Singen beim Achim fehlt inzwischen auch sehr). Und ich wüsste nicht, dass ich Palmsonntag und Ostern mal nicht in der Kirche war.
Aber nun ist eben „Homechurching“ angesagt ;-) und da gibt es inzwischen auch vieles auf dem Do-it-yourself-Markt im WWW. Bei uns qualmt sonntags jedenfalls immer das Weihrauchfässchen zur Gottesdienstzeit und ich habe mir auch schon schön die Finger dran verbrannt. Aber es duftet nach Kirche! Das ist das Fingerverbrennen wert.

Gleichzeitig habe ich es auch gut, denn noch habe ich die vielen Bilder unserer Gemeindereise nach Israel im Kopf. Besonders Jerusalem mit all seinen Düften, Orten, Gassen, heiligen Stätten und den unterschiedlichsten Menschen wirkt nicht nur in meiner Erinnerung, sondern auch in meinem Herzen nach;-)
Und die zahlreichen biblischen Geschichten, die uns durch die kommenden Tage begleiten, verbinden sich mit konkreten Orten, an denen ich gerade erst unterwegs sein durfte.
Und so stelle ich mir also vor, wie dieser Jesus auf dem Esel und eben nicht auf einem stolzen Pferd in diese unglaublich prächtige Stadt eingeritten ist und wie ein König begrüßt wurde. „Jesus soll unser König sein“ – ich möchte diesen Satz auch gerne laut heraus jubeln und spüre aber die Zweifel in mir, ob mein Glaube für diesen Jubelruf und für diesen so anderen König stark genug ist? Na, ich kann dem in den kommenden Tagen ja noch ein bisschen nachgehen und -spüren. Zeit dafür habe ich ja.

Noch ist ein Aufheben der vielen Beschränkungen nicht in Sicht und so müssen wir uns weiterhin in Zuversicht, Geduld und Flexibilität üben und wenigstens in Gedanken und kleinen Schriftstücken verbunden bleiben – lieben Dank auch für die vielen schönen Rückmeldungen aus der letzten Woche. Es tat so gut, von Euch zu hören!

In diesem Sinne – das waren also meine (Weih-)Rauchzeichen aus dem Homeoffice und falls ihr den Ohrwurm schon los seid, dann hier nochmal:
 „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ und beschütze und behüte euch
Eure Regina